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Archäologie im Landkreis Erding

Lesefunde der jungsteinzeitlichen Linearbandkeramik aus der Zeit um 5200 v. Chr. Diese Lesefunde, die 2009 von Harald Krause auf einem Feld nahe Schwaig (Gde. Oberding) aufgesammelt werden konnten markieren die älteste, bisher bekannt gewordene prähistorische Siedlungsstelle im Landkreis Erding.

Ausgrabung im Altort von Altenerding März/April 2011

AVE strebt an, in der archäologischen Vereinslandschaft Bayerns neue Maßstäbe zu setzen und Impulse eines ganzheitlichen Ansatzes zu liefern – klar definiert über seine Aktivitäten und Ziele als vielschichtiges Netzwerk.

Dazu gehört neben den klassisch-archäologischen Zielen wie dem Schutz, der Erforschung und notfalls der Rettung von gefährdeten Bodendenkmälern eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, die helfen kann, die interessierten Landkreisbürger – egal ob jung oder alt – an die Archäologie als Instrument der regionalen Geschichtsforschung unserer Heimat heranzuführen und zu begeistern.

Das archäologische Tätigkeitsfeld von AVE ist durch Aktivitäten in Form von organisierten systematischen Feld- bzw. Geländebegehungen und von der Durchführung sog. Rettungsgrabungen geprägt, beides in engster Absprache und Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in München sowie den betroffenen Grundstückseigentümern bzw. Bauherren.

 

Laufende Projekte von AVE:

 

Systematische Feldbegehungen im Areal von Luftbildfundstellen "unbekannter Zeitstellung" im Landkreisgebiet von Erding zur Klärung dessen Alter, Erhaltungszustand und Gefährdungspotentialen mit umgehender Meldung an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Hierzu zählen sämtliche in intensiv ackerbaulich genutzten Landkreisteilen liegende bekannte Bodendenkmalgruppen wie verebnete Grabhügelfelder, Siedlungen und Grabenwerke.

Bauvorgreifende systematische Feldbegehungen im Bereich von sog. Linearen Großprojekten (z.B. Straßen-, Bahn- und Erdgasleitungsbau) in enger Absprache und Koordination mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Aktuell finden organisierte Begehungen auf dem Trassenkorridor der geplanten "Isentalautobahn" BAB A94 zwischen Hammersdorf (Gde. Buch am Buchrain) und Dorfen (Stadt Dorfen) statt. Geplant sind ferner die Begehung der geplanten Trassen der Nordumfahrung von Erding, dem S-Bahnringschluss mitsamt Walpertskirchener Spange sowie die Umgehungsstraßenbauten entlang der B 388 bei Moosinning und bei Taufkirchen (Vils). Ziel der Begehungen ist es, rechtzeitig im Vorfeld einer Baumaßnahme Planungssicherheit im Bauablauf durch präzise Fundstellenkenntnis zu bieten.

 

Durchführung von Lehrgrabungen für Vereinsmitglieder, beispielsweise im Verbund mit dem "Archäologischen Arbeitskreis am Museum Erding" sowie ausgewählten privaten Grabungsfirmen und/oder dem BLfD im Rahmen von bauvorgreifenden archäologischen Ausgrabungen im Bereich bekannter Bodendenkmäler nach dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz (DSchG) zur Reduzierung der Grabungskosten für den Bauherren im Rahmen ehrenamtlicher Kooperationsmodelle.

Bauvorgreifende Ausgrabung im Altortkern von Altenerding im März/April 2011:

AVE konnte hier mit 10 Mitgliedern in Kooperation mit der zuständigen Grabungsfirma an zwei Arbeitstagen an der Ausgrabung teilnehmen. Wir konnten ein vermutlich früh- oder hochmittelalterliches Grubenhaus (ein ehemaliger Erdkeller) im Kreuzschnitt unter der Leitung des Archäologen Harald Krause dokumentieren bzw. sach- und fachgerecht ausgraben und die Funde daraus nach Schichten und Quadranten unterteilt sorgfälltig bergen. Für viele AVE-Mitglieder war dies die erste Grabungserfahrung, sie konnten so fundierten Einblick in die Arbeitswelt bauvorgreifender Notgrabungen erhalten. An dieser Stelle ergeht ein herzlicher Dank an alle Freiwilligen, die sich teils extra für die Grabungsarbeit einen Tag Urlaub genommen haben!

 

Ansprechpartner bzw. Koordinator hierfür ist Harald Krause M.A. (Kontakt siehe Zuständigkeiten)